Sonntag morgen war frühes Aufstehen angesagt, da wir ja zum Whale-Watching nach Monterey wollten. Nachdem wir uns auf dem Parkplatz in fast paranoider Art und Weise davon überzeugt hatten, daß es ein echter, wirklicher und legaler Platz für das Auto war, machten wir uns auf den Weg zum Anbieter unserer Wahl im dortigen Fisherman`s Warf. Es heißt nämlich lustigerweise wie in SF, aber ist eine Miniaturausgabe davon.
Unser Boot (eher ein Bootle) hieß glaub ich "Pride of Monterey" und die ersten Seemeilen fand ich das ganze Geschaukel auch noch lustig. Ich meinte noch, daß es hier ja richtiges Bodenseefeeling wäre, so ruhig wie das Meer hier sei. Mit jeder Meile weiter draußen auf dem Meer wurden die Wellen jedoch heftiger und die Bewegungen des Bootes auch. Wir sahen relativ bald die ersten Delphine und auch Wale.
Das Boot stellt sich dann quer zur Schwimmrichtung und stellt den Motor ab, um die Tiere nicht zu stören. Man schaukelt dann also wie in einer Walnußschale auf und nieder. In Kombination mit dem angstrengten Schauen aufs Meer hat es mir massiv die "Kuttel rumgedreht" wie man bei uns sagt. Sprich, mein Gleichgewichtsorgan wollte nicht so, wie ich das gerne wollte und Übelkeit war die Folge. Aber sowas von.
Ich musste dann leider die Sache für mich abbrechen und setzte mich in den mittleren Bereich des Bootes, machte die Augen zu, atmete ruhig weiter und hoffte einfach darauf, daß es irgendwann mal ein Ende haben musste. Die Spuktüte, die ich vorsichtshalber aus dem Flugzeug in meine Handtasche gepackt hatte, hielt ich aufgefaltet in der Hand. Ich brauchte sie jedoch nicht. Nur einmal musste ich die Augen wieder aufmachen, als nämlich unmittelbar vor mir ein Buckelwal seine Fontäne in die Luft schoß. Das ist so laut, das habe sogar ich in meinem Delirium mitbekommen. Leider war ich nicht in der Lage, zu fotografieren. Die Kamera hätte wahrscheinlich eh ins Leere geschossen, da die Bewegungen garantiert um mindestens 50cm schwankten.Sobald sich das Boot wieder motorisiert in Bewegung setzte, war der Spuk vorbei und es ging mir schlagartig wieder gut. Es war wirklich nur wegen dieser Seitwärtsbewegung, die ich nicht vertragen hatte.
Nach dieser 3-stündigen Fahrt gingen wir noch Essen (was wir Gott sei Dank vor der Fahrt nicht getan hatten) und setzte dann unsere Reise fort. Parole: Immer am Wasser entlang. Der Highway No. 1 ist schon ein Erlebnis und man kann hier wirklich an jedem Parkplatz raus und die Landschaft anschauen.
So wild, und rau (sieht doof aus ohne H, aber Rechtschreibreform, gell) und gewaltig. Herrlich.
Wir hatten ein Hotelzimmer in San Simeon reserviert, was unser nächstes Etappenziel sein sollte. 100 Meilen an der Küste lang, wunderbar. Nach ca. 40 Meilen sprachen uns Leute auf dem Parkplatz an, daß die Straße in ca. 40 Meilen gesperrt sei, ein Erdrutsch würde die Weiterfahrt unmöglich machen. Ich hatte zwar davon im Internet gelesen, dachte jedoch, daß die Strecke schon wieder befahrbar sei.
Nun gut, es schien wohl eine Alternativstrecke über die Berge zu geben, schauen wir mal. Zurückfahren konnten wir schließlich immer noch.
Und so kam es, daß wir einen Umweg für die letzten 20 Meilen bis zu unserem Ziel von insgesamt weit über 120 Meilen machen mussten, mitten durch die Pampa.
Es ging eine steile Straße hoch, die immerhin geteert war. Ja, genau, oben auf dem Bild zu sehen. Und direkt neben mir als Beifahrer ging es auch wieder runter - ohne Straße versteht sich. Hilfe, hatte ich Angst. Irgendwann landeten wir dann mitten auf Militärgelände inkl. Warnschildern, Panzern, Schießplätzen etc. Wo sollten wir denn hin?
Naja, nach unzähligen Kurven und Ecken und unzähligen Meilen sowie mindestens 2,5 Stunden kam dann ein Schild zum Highway No 101, unserer Ersatzstrecke. Zivilisation, da hast Du uns wieder.
Es war schon nach 9 Uhr am Abend und wir kehrten noch kurz ein. Wir hatten noch 20 Meilen bis zum Motel 6. Dort empfing uns lautes Froschgequake vor dem Zimmer. Attila und Fine hatten die Ursache mit der großen Wirkung schnell gefunden.
So ein kleiner Kerl kann so einen Krach machen. Unglaublich!
Aber müde wie wir waren, konnte das unsere Nachtruhe nicht trüben. Guts Nächtle, ihr Lieben
Tja, manche schaun phobisch 20 x am Tag nach ihrem Geldbeutel und manche trauen sich nicht mehr zu parken. Es wird besser, ohm, ohm, ohm. Beesssseeerrr, ohm, ohm, ohm. Hi,hi hilft schon.
AntwortenLöschenAufwiederbyebye
"the old aunt"